17. BOULEfestival Hannover

Bouleträume

von Fehlleger Jürgen Piquardt im März 2014

Die bevorstehende Gründung des Vereins Boulefestival Hannover e.V., der Weg dahin, die bisherige Geschichte des Traditionsfestivals verführen mich, meine Bouleträume, so nenne ich das schlicht, aufzuschreiben, soweit sie das zulassen.

Gestern haben wir, Heike und ich, im provencalischen „Kreisstädtchen“ St. Maximin einen Film über und mit Pierre Rabhi gesehen. Pierre Rabhi, jetzt ein Guru ganzheitlicher Landwirtschaft, ist in der ungemein glücklichen, sehr seltenen Lage umfassend einverstanden zu sein, mit dem, was seine Arbeiten bewirkt haben und weiterhin bewirken werden.

76 Jahre ist dieser glückliche kleine, große Mann alt. Mich hat der Film über, vor allem aber mit Pierre Rabhi, deutlich berührt. Traumwandlerisch zielsicher wurde oft, ohne große Umwege scheint es, das Richtige getan. - Von mir weiß ich hingegen, dass das Geradeausgehen nicht zu meinen Stärken gehört. Die Frage, die sich für den 72jährigen ergibt: Kann trotzdem sichtbar werden, wirken und nachwirken, was er getan hat, tut und noch tun wird?

Beinahe wäre die Geschichte des Boulefestivals Hannover Ende 2013 zuende geschrieben gewesen. Es schien so, als würden all' die vielen Bemühungen, vom Kreisverband, von den Vereinen, von FestivalliebhaberInnen, von mir, das zur Tradition gewordene niedersächsische Boulespektakel zu retten, erfolglos enden.

Nun wird es aber doch eine Fortsetzung dieser sehr eigenwilligen, und in dieser Form einmaligen Bouleveranstaltung geben. Zu danken ist das der Landeshauptstadt Hannover, der Privatbrauerei Herrenhausen und wichtigen Freunden, die das wirtschaftliche Risiko bereit sind, mitzutragen.

Der positive Ausgang dieser langwierigen Rettungsgeschichte macht mich glücklich. Und stabilisiert die alten Bouleträume:
Baguette, Ziegenkäse, Rotwein, das Zirpen der Zikaden, das Klicken der Boulekugeln - so hießen die, alles eingetaucht in Sonnenstrahlen, Sonnenschatten und unermesslich voll besternte Himmel, ersten Liebesgründe für die Provence. Das Baguette hat seinen Reiz nicht halten können, Ziegenkäse und Rotwein schon, das Zirpen der Zikaden und das Klicken der Metallkugeln ganz sicher.
Ich bin, nach wie vor, verliebt in belebte Bouleplätze. Und in dies wunderbare, die Menschen verbindende, harmonisierende Sportspiel.

Nach Niedersachsen, nach Deutschland wollte ich diese Athmosphäre holen. So ist vor 37 Jahren das Restaurant La Provence entstanden. So ist es vor 18 Jahren zum ersten Boulefestival auf der Lindenallee im Georgengarten gekommen. Geplant war das Festival am Nordufer vom Maschsee. Dafür gab's jedoch keine Genehmigung, aber die Stadtoberen haben nicht nur abglehnt, sondern auch vorgeschlagen: Den Georgengarten.

Kein schlechter Vorschlag, wie sich im Laufe der Jahre zeigte. Möglich wurde die Realisierung des ersten Boulefests, weil vom Boulespielen innfizierte Niedersachsen, an vorderster Stelle Karl Heinz Engelke und Erich Braun, die Organisation und Durchführung des sportlichen Festivalteils übernahmen. Welch' ein Glück, dass es zu dieser Crew kam.
Welches Glück und welch' wichtiger, unschätzbarer Wert ist das Hinzukommen vieler MitorganisatorInnen, MitmacherInnen gewesen. Bis heute, und nur so konnte sich der Boulefestivaltraum in die Zukunft retten, ist dieser Wert der sich vernetzenden, unterschiedlichen Fähigkeiten von sich freundschaftlich verbundenen MacherInnen geblieben.

Der Bouletraum hatte und hat noch andere Bilder und Filme zu bieten: Überall auf Wegen, Plätzen in Niedersachsen, auf der Welt, wird Boule gespielt. Das Spiel hilft uns, tolerant, friedfertig, verständnisvoll miteinander umzugehen. Es wirkt der traurigen Tendenz zum Vereinsamen entgegen. Es stiftet dauerhaft Freude. Und schließt keinen aus: Nur einmal werden Kugeln gekauft. Mehr braucht es finanziell nicht zu sein.

Pierre Rabhi schreibt von „Oasen an allen Orten“ (Oasis en toux lieux). Er meint gärtnern, landwirtschaften, ganzheitlich zusammenleben. Meine Träume fügen das Spielen mit den Metallkugeln und dem „Cochonnet“ hinzu. Meine Träume schließen die in die Zukunft weisenden FestivalAktivitäten meiner Tochter, und die der nächsten Generationen mit ein.

Allez les boules. Alles les reves. „Oasis en tous lieux“.

Vereinsgründung „Boulefestival Hannover e.V.“

Die Vereinsgründung soll nun endgültig am 6. Mai 2014 um 19 Uhr sein. Der Ort wird noch bekanntgegeben. Der Termin reicht wichtigen Sponsoren und auch der Sportförderung der Landeshauptstadt Hannover aus.

Es hat sich bei den verschiedenen Versuchen, das Traditionsfestival zu retten, nun bestätigt, dass nur mittels eines Vereins erweitertes Sponsoring und Pachtnachlässe und Wetterausfallbürgschaften zu erzielen sind. Es scheint nun sicher, dass das Boulefestival 2014 kein finanzielles Risiko mehr in sich birgt. Sollte doch ein's auftreten, könnte die Übernahme des Risikos durch Privatpersonen, ich würde das tun (Natürlich in der Hoffnung, dass sich dann auch andere beteiligen würden), möglich sein. Nur wenn von dieser oder diesen Personen für die eventuellen Gläubiger kein Geld zu bekommen ist, würden die Vereinsmitglieder haften. Es scheint mir wichtig, dass diese Zusammenhänge und Aussagen bekannt sind.

Es wäre für den langfristigen Fortbestand des Festivals hilfreich und für die Festivalaktivisten schön und motivierend, wenn der Verein viele Mitglieder bekäme.
Es ist an folgende Regelung gedacht:

Dem Verein soll ein Beirat zur Seite stehen. Die Beiräte würden vom Vorstand vorgeschlagen.

Je nach Größe des Vereins wird der Ort für die jährliche Vereinsversammlung festgelegt. Angedacht ist eine Veranstaltung während der Festivalzeit im Zelt. Es gäbe Freibier vom Hauptsponsor, der Privatbrauerei Herrenhausen.

Vereinsvorstand und Projektmenagement

Noch ist kein funktionsfähiger Vorstand gefunden. Geplant ist Folgendes:
1. Vorsitzender - Jürgen Piquardt (JP - Er wäre das so lange es nötig erscheint).
Für den 2. Vorstizenden und den Schatzmeister laufen Anfragen. Es wäre aber, noch immer, möglich und sinnvoll, wenn ich diese Posten mit BoulespielerInnen besetzen ließen. Eine ausreichende Anzahl von Gründungsmitgliedern ist vorhanden. Anna Piquardt und JP übernehmen gemeinsam das Projektmenagement.

Anmerkung JP: Sollte sich doch noch ein Schatzmeister unter den BoulespielerInnen finden lassen, wäre diese Version sicherlich besser als die reine „Freundesleistung“. Also, falls sich jemand diese, sich im Wesentlichen auf die Festivalzeit beschränkende, Arbeit vorstellen kann, bitte bei Jürgen melden.

Was ist für die Zukunft des Festivals wünschenswert oder gar notwendig?

  1. Unterstützung durch möglichst viele BoulespielerInnen und die Vereine im Kreisverband
  2. Verbale Werbung für's Festival (Himmelfahrt, Pfingsttafel ...) / Gezielte Verteilung des Programmhefts.
  3. Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit (Beispiele: Festivalplatzaufsicht / Sauberkeit und Ordnung / Arbeit im Verkaufspavillon / Auf- und Abbau der Bierzeltgarnituren / Toilettenwagenbetreuung / Einweisung von Laien ins Boulespielen / eventueller Verleih von eigenen Kugeln für einige Veranstaltungen (Fairplaypromiboule ...)
  4. Es wird, vermutlich am Pfingstmontag, eine Auktion zugunsten des Vereins geben. Versteigert werden nicht wertlose „Gegenstände“, alles, was für andere noch einen Wert darstellen kann. Einlieferung und Ausstellung des Auktionsguts während der Festivalzeit im Zelt. Um großzügige Gaben wird gebeten.

Informationen zu den zukünftigen Festivalgepflogenheiten

  1. Der ganzheitliche Charakter des Festivals wird deutlicher werden. Vor allem die Pfingsttage werden neu insceniert.
  2. Die Pfingsttafel wird, nun aber dauerhaft, auf den Pfingstsonntag zurückverlegt.
    Das Procedere hat sich geändert: Die Speisen werden von den Gästen mitgebracht. Es gibt wertvolle Preise für die schmackhaftesten Rezepte. Voraussetzung: es wurde mit BioLebensmitteln gekocht, möglichst auch noch aus der Region.
    Startgeld (das wird für den Tisch- und Bankplatz gebraucht): Erwachsene - € 3,00 / Kinder (bis 14J) - € 1,50.
    Getränke werden am Herrenhäuser Pavillon gekauft.
  3. Es bleibt, trotz der schwierigen Finanzsituation, bei der in 2013 praktizierten ¾ Regelung für lizensierte BoulespielerInnen mit Verzehrmarken, also für € 7,50 gibt es Taler für € 10,00. Es steht eine Spenden„büchse“ bereit, für jene von uns, die auf das „Viertel“ verzichten können.
  4. Es bleibt bei der kostenlosen Nutzung der Toiletten.
  5. Es bleibt dabei, dass „Thermoskannen“ die heile Athmosphäre des Boulefestivals mitbestimmen sollen, was die Vermögenderen aber nicht am Geldausgeben am Herrenhäuser Pavillon oder beim BIOCaterer hindern soll.

ganz herzlicher Gruss...
Fehlleger Jürgen / Jürgen Piquardt

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